Premiere im Stadttheater: Die schmutzigen Hände

12.01.2018
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Wie lässt sich die Gesellschaft gerechter gestalten? Kann die Verwirklichung einer politischen Utopie auch eine Bluttat rechtfertigen? Um diese Fragen kreist Jean-Paul Sartres Schauspiel DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE, das am kommenden Samstag am Stadttheater Gießen Premiere feiert.

 

Premiere am 13.01.2018 | 19:30 Uhr | Großes Haus

Der idealistische Schriftsteller Hugo (Maximilian Schmidt) will die Revolution vorantreiben und sich als Anarchist beweisen. Doch nicht einmal seine Frau Jessica (Paula Schrötter) traut dem intellektuellen Hugo eine echte Tat zu. Deswegen erklärt er sich bereit, den realpolitisch eingestellten Parteiführer Hoederer (Lukas Goldbach) zu ermorden. Bald überkommen ihn Zweifel an seinem Auftrag, aber die Zeit drängt. Zunehmend entspinnt sich eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung zwischen Hoederer, Hugo und Jessica.

Sartres Stück steht exemplarisch für den französischen Existentialismus, hier am Dilemma jeder Politik zwischen Engagement und Verantwortung verhandelt. Inhaltlich knüpft DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE damit an die Eröffnungspremiere der Spielzeit an, Ernst Tollers HOPPLA, WIR LEBEN!
Regisseur Hüseyin Cirpici hat Sartres wortmächtige Textvorlage gekürzt, um Redundanzen zu vermeiden und die Spannung in Richtung eines politischen Thrillers zu erhöhen. Dadurch hat er das 1948 uraufgeführte Stück auch von seinen konkreten historischen Bezügen gelöst und behutsam aktualisiert, ohne eine bestimmte Lesart zu erzwingen. Vielmehr treten so die überzeitlichen Fragen um Freiheit und Verantwortung deutlicher hervor. Unterstützt wird dies durch die Neuübersetzung von Eva Groepler, die Sartres Text in eine unangestrengt heutige Sprache überträgt.

Das politische Gewicht, das auf den Figuren lastet, findet sich auch in dem Bühnenbild von Sigi Colpe wieder. Ein hölzerner Kubus schwebt über allem, während ein dreifach gestaffelter Bühnenraum unterschiedliche Handlungsräume und Zeitebenen markiert und den Figuren maximale Bewegungsfreiheit gewährt. Atmosphärisch begleitet Musik von Julia Klomfaß die Inszenierung. In weiteren Rollen sind Anne-Elise Minetti, Stephan Hirschpointner und Tom Wild zu sehen. 

Inszenierung: Hüseyin Michael Cirpici | Bühne und Kostüme: Sigi Colpe | Musik: Julia Klomfaß | Dramaturgie: Cornelia von Schwerin

Mit: Lukas Goldbach (Hoederer), Maximilian Schmidt (Hugo), Anne-Elise Minetti (Olga), Paula Schrötter (Jessica), Tom Wild (Louis | Georges | Karsky), Stephan Hirschpointner (Slick | Der Prinz)

 

 

Stadttheater Gießen

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Quelle: Stadttheater Gießen GmbH






 

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