Schutzgebiete

Allgemeiner Grundsatz im Bundesnaturschutzgesetz ist die Schaffung eines Netzes aus verbundenen Biotopen. Auf zehn Prozent der Landesfläche Hessens soll ein Biotopverbund aus Kernflächen, Verbindungsflächen und Verbindungselementen entstehen. Dazu zählen im Stadtgebiet Gießen die FFH- und Vogelschutzgebiete, die Naturschutzgebiete, ein Landschaftsschutzgebiet, die gesetzlich geschützten Biotope und die Naturdenkmäler.

FFH- und Vogelschutzgebiete

In Gießen gehören 7 Flora-Fauna-Habitat-Gebiete und 2 Vogelschutzgebiete zum europäischen Schutzgebietssystem NATURA-2000. Die Grunddatenerfassungen mit Erhebungen zu den Lebensraumtypen und den relevanten Tier- sowie Pflanzenartengruppen sind abgeschlossen. Sie bilden die Grundlage für die Pflege- und Maßnahmenplanungen, ihre Umsetzung und Kontrolle. Die Obere Naturschutzbehörde hat die Natura 2000-Gebiete Gießens der EU gemeldet und ist die zuständige Fachbehörde. 

  • FFH-Gebiet 5318-305 "Borstgrasrasen bei Wieseck und Callunaheiden bei Mainzlar"
  • FFH-Gebiet 5318-306 "Wiesecker Teiche"
  • FFH-Gebiet 5318-301 "Hangelstein"
  • FFH-Gebiet 5318-302 "Wieseckaue und Jossolleraue"
  • FFH-Gebiet 5418-302 "Gewässer in den Gailschen Tongruben"
  • FFH-Gebiet 5418-301 "Gießener Bergwerkswald"
  • FFH-Gebiet 5417-301 "Lahnaue zwischen Atzbach und Gießen"
  • VSG 5417-401 "Lahnaue zwischen Atzbach und Gießen"
  • VSG 5318-401 "Wieseckaue östlich Gießen"

 

    Naturschutzgebiete

    Naturschutzgebiete sind rechtlich gesicherte Gebiete u.a. zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensräumen, Lebensstätten und Lebensgemeinschaften wildlebender Pflanzen- und Tierarten. Diese können in das europäische NATURA-2000-Netz voll oder teilweise eingebunden sein. Das trifft auf den Gießener Bergwerkswald, den Hangelstein sowie das Naturschutzgebiet Aschborn und Uderborn zu.

    Naturschutzgebiet “Gießener Bergwerkswald“
    Naturschutzgebiet “Hangelstein“
    Naturschutzgebiet “Hohe Warte“
    Naturschutzgebiet “Aschborn und Uderborn bei Rödgen“

    Landschaftsschutzgebiet

    Landschaftsschutzgebiet "Auenverbund Lahn-Dill"

    Gesetzlich geschützte Biotope

    Im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG § 30) sind folgende bei uns in Gießen vorkommende Biotope aufgeführt:

    1. natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche,
    2. Moore, Röhrichte, Großseggenrieder, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,
    3. offene natürliche Schutthalden, Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,
    4. Bruch-, Sumpf- und Auenwälder,
    5. offene Felsbildungen.

    Im Hessischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSCHG § 13) werden folgende Biotope ergänzt:

    1. Alleen
    2. Streuobstbestände bzw. -wiesen außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile

    Sollte sich ein derartiger Lebensraum auf Ihrem Grundstück befinden, darf er nicht zerstört oder in irgendeiner Art beeinträchtigt werden. Bitte helfen Sie mit, seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. 

    Naturdenkmäler

    Naturdenkmäler sind rechtlich gesicherte Einzelschöpfungen. Dazu zählen zumeist alte historische Bäume, die wegen ihrer landeskundlichen oder naturgeschichtlichen Bedeutung unter Schutz gestellt werden. Die Beseitigung dieser Naturdenkmäler ist verboten. Folgende Naturdenkmäler sind bereits im Stadtgebiet ausgewiesen:

    Lindengruppe an der Lindbachquelle (Lützellinden)
    Alte Eiche (Gießen-Rödgen)
    Adam und Eva (Eichen Badenburger Wald, Gießen-Wieseck)
    Schillerlinde (Gießn-Rödgen)
    Kastanie (Gießen-Rödgen)