Gemeinschaftliches Wohnen

WohnraumentwicklungIm November 2016 verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung das Wohnraumversorgungskonzept, um der weiterhin ungebrochenen demografischen Entwicklung und dem weiteren Wachstum der Stadt Gießen wohnungspolitisch zu begegnen. Darin wurden die zukünftigen wohnungs- und stadtentwicklungspolitischen Aufgaben definiert und Schwerpunkte sowie Handlungsempfehlungen einer zukunftsgerichteten, tragfähigen sowie nachhaltigen Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik benannt.
Im Rahmen der Erarbeitung des Wohnraumversorgungskonzeptes galt es unter anderem, den Bedarf und die Nachfrage gemeinschaftlicher Wohnformen in der Stadt Gießen abzufragen. Damit wurde vor allem einer zunehmenden Pluralisierung und Ausdifferenzierung der Lebensstile sowie auch veränderten Wohnpräferenzen und -ansprüchen Rechnung getragen.

Im Zuge dieser gesellschaftlichen Entwicklung sind in den vergangenen Jahren bereits fünf Wohnprojekte für gemeinschaftliches Wohnen mit rund 150 Wohnungen und ca. 400 BewohnerInnen entstanden (Projekt Wohnen Gießen – ProWo, DOMÍNO, Mehrgenerationsprojekt Kugelberg, Wohnprojekt Pendelton-Barracks, Projekt „Mitleben – Wohnen wie andere auch“). Darüber hinaus wurden weitere Potentiale für Mehrgenerationen-Wohnen oder inklusive Wohnprojekte von interessierten Institutionen und Privatpersonen artikuliert (Wohnen unter Freunden e.V., Mehrgenerationenwohnen in Gießen e.V.).

Die Stadt Gießen hat mit der Schaffung einer zentralen Anlaufstelle auf die gestiegene Nachfrage institutionell reagiert. Auch die Wohnbau Gießen GmbH unterstützt verstärkt die Realisierung gemeinschaftlicher Wohnprojekte wie etwa in der Wilhelmstraße.

Im Fokus der Weiterentwicklung gemeinschaftlicher Wohnformen in der Stadt Gießen steht derzeit allerdings das ehemalige Motorpool-Gelände an der Grünberger Straße. Es ist beabsichtigt, hier eine Fläche für gemeinschaftliche Wohnformen zu reservieren und damit die Realisierung von gemeinschaftlichen Wohnprojekten zu unterstützen. Sowohl innovative Wohnansätze, wie etwa integrative oder generationenübergreifende Wohnprojekte und auch Innovationen in dem Bereich der Energieeffizienz, sollen hier stärkere Berücksichtigung finden.

Zeitliche Planungen

2017 wird für das Motorpool-Areal die Planungsphase eröffnet. Ziel ist es, Informationen über gemeinschaftliches Wohnen (organisatorischer und finanzieller Art) zu erfahren und aufzunehmen, die Nachfragergruppen für gemeinschaftliche Wohnformen zu vernetzen, sie in ihren Vorhaben zu unterstützen sowie die Vermarktung von Baufeldern für gemeinschaftliche Wohnformen vorzubereiten.
Anschließend soll 2018 in die konzeptionelle Phase übergeleitet werden, bei der sich Wohnprojekte mit ihren Konzepten bewerben können.