Viele Fortschritte für den Hochschulstandort Gießen erzielt

13.06.2018
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Folgeprozess des Consiliums Campusentwicklung Gießen II: Akteure tauschen sich über das bislang Erreichte aus und verständigen sich auf weitere Zusammenarbeit

Wahrnehmung/Signaletik, Mobilität, Flächenentwicklung und Wohnen – das sind die vier Themenbereiche, in denen die Akteure des Consiliums Campusentwicklung Gießen II (CCG II) den dringlichsten Handlungsbedarf sehen, um die positive Entwicklung des Hochschulstandortes Gießen weiter voranzutreiben. Nun hat sich das Gremium aus höchstrangigen Vertreterinnen und Vertretern der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), der Universitätsstadt Gießen, der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und des Studentenwerks Gießen unter Begleitung des Landes Hessen zum Fortschritt der identifizierten Maßnahmen ausgetauscht. Einiges wurde seit der letzten Sitzung des Gremiums vor einem Jahr erreicht und so soll es weitergehen: Auch künftig wollen die Akteure im Rahmen des CCG-II-Folgeprozesses kontinuierlich zusammenarbeiten.

Wahrnehmung/Signaletik

Die JLU ist nun auch im Stadtbild sehr präsent: Gut sichtbar sind die Stelen der JLU, die im vergangenen Jahr an allen größeren JLU-Campusstandorten aufgestellt worden sind. Ein internetbasiertes Orientierungssystem der JLU wird in Kürze in die Pilotphase gehen. Um die Wahrnehmung der beiden Hochschulen und dadurch auch der Universitätsstadt Gießen als Wissenschaftsstadt stärken, werden derzeit Vorschläge für eine hochschulorientierte Beschilderung im Straßenraum erarbeitet. Die Erstellung eines Konzepts für ein Fußgängerleitsystem, das auch die Hochschulen berücksichtigt, ist von der Universitätsstadt Gießen in Auftrag gegeben worden und soll im Jahr 2019 realisiert werden.

Mit der Aufnahme der Universitätsstadt in zwei Förderprogramme – den „Green City Plan“ der Bundesregierung und das Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“ – eröffnen sich Möglichkeiten, die im CCG-II-Prozess avisierte Aufwertung der sogenannten „kleinen Stadträume“ zu finanzieren. Dazu zählt die Neugestaltung öffentlicher und prägender Plätze und campusbezogener Räume sowie öffentlicher Wegebeziehungen.

Mobilität

Ein großer Schritt zur Umsetzung eines integrativen Mobilitätskonzepts ist bereits getan: Die JLU hat unter Beteiligung der THM seit April 2018 ein Leihradsystem etabliert, das nun 360 Räder an 14 Stationen bereitstellt. Neben den Studierenden der beiden Hochschulen können auch alle anderen Interessierten die Leihräder nutzen. Wenn die Pilotphase des Leihradsystems im Frühjahr des Jahres 2020 endet, ermöglicht eine vertragliche Klausel den Einstieg weiterer Vertragspartner oder die komplette Übernahme des Systems durch einen (neuen) Vertragspartner. Denkbar wäre hier das Engagement der Allgemeinen Studierendenausschüsse der beiden Hochschulen sowie der Universitätsstadt Gießen.

Eine Taktverdichtung der Busse wurde bereits bei der „Studierendenlinie“ 10 umgesetzt. Ab dem Fahrplanwechsel 2018/2019 sollen Taktverdichtungen auf der Linie 5 (Bahnhof – Wieseck) und der Linie 1 (Lützellinden – Rödgen) eingeführt werden; beides verbessert die Anbindung der THM deutlich. Geprüft wird zudem eine direkte Linie vom Gießener Bahnhof zum JLU-Campusbereich Philosophikum.

Für einen potenziellen Park-and-Ride-Parkplatz auf dem „Motorpool-Gelände“ nahe der Anschlussstelle Grünberger Straße prüft die THM zurzeit in Form eines Pilotprojektes die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen für ein Mobilitätskonzept, das auch die Hochschulen berücksichtigt. Hier soll Pendlerinnen und Pendlern der Umstieg auf den ÖPNV oder das Fahrrad ermöglicht werden, um den Pkw-Verkehr in der Stadt zu reduzieren. Maßnahmen zur Verbesserung der Fuß- und Radwegeverbindungen stehen weiterhin im Fokus des CCG-II-Folgeprozesses und sollen sukzessive realisiert werden.

Flächenentwicklung

Sowohl die JLU als auch die THM haben Bedarf an Flächen zur weiteren Entwicklung. Für die JLU entstehen mit der Umgestaltung des Philosophikums zum „Campus der Zukunft“ zusätzliche Flächenpotenziale, die langfristig gesichert werden sollen. Auch im Bereich des JLU-Campusbereichs Seltersberg wurden Entwicklungsflächen identifiziert. Weitere Potenziale bieten Bestandsgebäude und die geplante Aufgabe von Streulagen durch das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).

Wohnen

Das Ziel ist ein integrales Wohnkonzept, das es allen Studierenden ermöglicht, angemessen und bezahlbar im Stadt- und Hochschulraum zu leben. Damit wird auch die nationale und internationale Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen und die Universitätsstadt gefördert. In der Stadt sind in den letzten Jahren viele private Wohnungsbauprojekte mit rund 1.000 Wohneinheiten realisiert worden, die sich für studentisches Wohnen eignen. Zudem werden weiterhin Möglichkeiten geprüft, durch Bestandsumbauten und Neubauprojekte des Studentenwerks Gießen den Anteil an Wohnheimplätzen zu erhöhen. Angestrebt wird, für zehn Prozent der Studierenden in Gießen Wohnheimplätze vorzuhalten.

Consilium Campusentwicklung Gießen (CCG)

Der erste Consiliumsprozess hat sich in den Jahren 2007 und 2008 im Kontext des Hochschulbauprogramms Heureka vor allem mit der inneren baulich-räumlichen Entwicklung der JLU beschäftigt. Zahlreiche Neubauten und vor allem der Masterplan zum Philosophikum gehen darauf zurück. Beim CCG II stand dagegen die Standortentwicklung nach außen und damit die Kooperation der unterschiedlichen Akteure im Vordergrund. Dieser Prozess wurde im Juni 2015 mit dem Symposium „Zukunft – Hochschule – Campus – Stadt“ an der JLU eingeläutet. Schon damals hatte der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein das strategische Vorgehen bei der baulichen Entwicklungsplanung in Gießen hervorgehoben. Der CCG-II-Prozess wurde – ebenso wie der jetzt laufende CCG-II-Folgeprozess – vom renommierten Frankfurter Stadtplanungsbüro Albert Speer und Partner begleitet.

 

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen






 

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